Großräumige "
Ökologische Gutachten" beinhalten die Auseinandersetzung mit allen ökologischen, landschaftsästhetischen und sozialen Raumfunktionen und Raumqualitäten. Es werden Umweltqualitätsziele aufgestellt und gezielte Maßnahmenbündel abgeleitet, um Entwicklungen im Interesse des Erhaltes oder der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Natur- und Landschaftshaushaltes sowie ggfs. der Naherholungsfunktionen zu steuern. Das Aufgabenspektrum reicht von Gewässerauenkonzepten über Biotopentwicklungspläne bis hin zu Biotopmanagementpläne für schützenswerte Einzelflächen.
6. Beispielprojekt
Rahmenkonzept Erftaue / Grevenbroich*
In diesem Rahmenkonzept sind für den ca. 20 km langen Gewässerabschnitt der Erft innerhalb der Stadtgrenzen Grevenbroich eine schlüssige Konzeption für die Erftaue nach Beendigung der Sümpfungswässereinleitungen im Jahre 2010 aufgezeigt worden. Vorrangig galt es, die an die Erft angrenzenden Auenflächen wieder einzubeziehen, die derzeit von der Aue abgekoppelt sind, um Möglichkeiten zur Weiterentwicklung dieser komplexen Auenlandschaft aufzuzeigen. Die wesentlichen Zielsetzungen waren die Optimierung der ökologischen Funktionen der Aue unter Berücksichtigung der zukünftigen Gewässerentwicklung sowie die Erhaltung bzw. Verbesserung der Erholungsfunktion in der Aue.
Diese Planung diente der Aufstellung eines neuen Gebietsentwicklungsplanes, um einerseits Flächen für zukünftiges Wohnen und Arbeiten zu sichern, andererseits mit Hilfe dieses Rahmenplanes den Freiraum entlang der Erft zu erhalten bzw. wiederzugewinnen.
Methodische Vorgehensweise:
- Erfassung des Naturhaushaltes in seinen Wirkungszusammenhängen einschließlich vorhandener Beeinträchtigungen (Bestandsaufnahme)
- Bewertung der Leistungsfähigkeit und der Empfindlichkeit des Naturhaushaltes sowie der vorhandenen und vorhersehbaren Umweltbelastungen (Bestandsbewertung)
- Beschreibung der zu erwartenden Veränderungen im Gewässersystem
- Aufstellung eines Zielsystems und Entwicklung eines ökologischen Leitbildes für den Landschaftsraum
- Ableitung der daraus resultierenden Anforderungen an das veränderte Fließgewässersystem.

Planungsausschnitt mit Vorschlägen und Leitbildern für die Ausgestaltung des Raumes
*Projektleitung und Bearbeitung im Büro Gruppe Ökologie und Planung, Essen

7. Beispielprojekt
Umweltschutzfachliche Prüfung der Suchräume für mögliche Gewerbeflächen im Stadtgebiet Marl*
Im Rahmen der Gebietsentwicklungsplanung galt es, mögliche Gewerbeflächen im Stadtgebiet auf ihre Standorteignung aus umweltschutzfachlicher Sicht zu überprüfen. Dazu wurde ein mögliches Flächenpotential von 530 ha als Suchraum erfasst und eine Eignungsprüfung eingeleitet.
Die umweltschutzfachliche Prüfung für die ausgewählten 24 Suchräume erfolgte auf zwei Betrachtungsebenen:
- Gesamträumliche Bedeutung
Bedeutung des Teilraumes, in dem die zu prüfende Fläche liegt, für ein gesamträumliches Funktionssystem (z.B. Biotopverbundsystem, Erholungsbereich, Belüftungssystem, bedeutsamer Bestandteil eines Fließgewässersystem);
- Standörtliche Qualität
Erfassung der auf den Standort bezogenen Qualitätsmerkmale, wie z.B. Bodenverhältnisse, Vorkommen bemerkenswerter Tier- und Pflanzenarten, Vorkommen bedeutsamer erdgeschichtlicher/ kulturhistorischer Strukturen.
Nach erfolgter Bestandserhebung und bewertung erfolgte die Einschätzung des zu erwartenden Konfliktpotentials, um für die einzelnen zu prüfenden Flächen eine Rangfolge ihrer Eignung für die bauliche Nutzung abzuleiten. Eine abschließende überschlägige Kompensationsflächenermittlung ergab für die Bauleitplanung wichtige Hinweise zur Realisierung des Vorhabens.

Ausschnitt Übersichtskarte mit Bestandssituation und Konflikten
* Projektleitung und Bearbeitung im Büro Gruppe Ökologie und Planung, Essen